Frage: Was ist der ArbeitnehmervorsorgeBrief?

Antwort: Der ArbeitnehmervorsorgeBrief sieht für Notsituationen von ArbeitnehmerInnen aufgrund unverschuldeter Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit Unterstützungsleistungen vor, um laufende Zahlungsverpflichtungen wie Miete, Betriebskosten, Versicherungs-, Kredit- und Lebenshaltungskosten (wie Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Bedarfe des täglichen Lebens sowie in vertretbarem Umfang auch Beziehungen zur Umwelt und eine Teilnahme am kulturellen Leben) abzudecken. Auch Hinterbliebene erhalten eine Unterstützung im Ablebensfall des/der ArbeitnehmerIn.

 

Frage: Ich möchte nicht, daß mein Arbeitgeber erfährt, dass ich Vorsorge für den Fall meiner Arbeitslosigkeit treffe. Erfährt der Arbeitgeber, dass ich dem Versorgungsplan ArbeitnehmervorsorgeBrief beitrete?

Antwort: Nein, die Wahl für einen der Versorgungspläne unterliegt dem persönlichen Datenschutz ! Da die Beitrittserklärung (Antrag) durch den Arbeitnehmer/ die Arbeitnehmerin direkt an die Kasse gesendet, individuell und datengeschützt bearbeitet und der Schriftverkehr nur mit dem/der betreffenden ArbeitnehmerIn geführt wird, erfährt der Arbeitgeber nicht, für welchen der drei Versorgungspläne sich der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin entschieden hat. In der Zustimmungserklärung des/der ArbeitnehmerIn mit dem Arbeitgeber wird lediglich die Beitragszahlung des Arbeitgebers an die Kasse geregelt.

 

Frage: Mit welchem Alter kann der ArbeitnehmervorsorgeBrief durch Beitritt zur Kranken- und Unterstützungskasse genutzt werden?

Antwort: Das Mindestalter bei Eintritt in die Unterstützungskasse ist 18 Jahre, das Höchstalter ist 55 Jahre. Für den Versorgungsplan ArbeitnehmervorsorgeBrief beträgt das Eintrittshöchstalter 60 Jahre.

 

Frage: Wird die Leistung des ArbeitnehmervorsorgeBrief auf mein AMS-Arbeitslosengeld angerechnet?

Antwort: Nein, es erfolgt keine Anrechnung auf das AMS-Arbeitslosengeld. Die Leistungen aus dem ArbeitnehmervorsorgeBrief werden zusätzlich zum AMS-Arbeitslosengeld ausbezahlt. In den meisten Fällen endet jedoch das gesetzliche AMS-Arbeitslosengeld bereits nach Ablauf von 5 Monaten (bei jungen Arbeitnehmern), in wenigen Fällen (altersabhängig) nach Ablauf von längstens 12 Monaten. Der ArbeitnehmervorsorgeBrief gewährt jedoch -falls notwendig- Unterstützungsleistungen für die Dauer von 12 Monaten.

 

Frage: Warum soll ich den ArbeitnehmervorsorgeBrief abschließen? Bei Arbeitslosigkeit bekomme ich ohnehin das AMS-Arbeitslosengeld und bei Berufsunfähigkeit (hoffentlich) eine gesetzliche Berufsunfähigkeitspension?

Antwort: Die gesetzlichen Sozialleistungen reichen weder in der Höhe noch in der Zahlungsdauer aus, den Lebensstandard zu halten. Der dramatische Einkommensverlust im Falle der Arbeitslosigkeit und noch mehr im Falle der Erwerbsunfähigkeit führen unweigerlich in persönliche finanzielle Schwierigkeiten. Bedenken Sie, daß der Grundbetrag des AMS-Arbeitslosengeldes nur 55% des täglichen Nettoeinkommens beträgt, das sich aus der Beitragsgrundlage ergibt. Unter bestimmten Voraussetzungen, wenn der Grundbetrag niedriger als der Ausgleichszulagenrichtsatz ist, wird ein Ergänzungsbetrag bis 60% bzw. 80% des täglichen Nettoeinkommens gewährt. Das AMS-Arbeitslosengeld können Sie selbst berechnen unter http://ams.brz.gv.at/ams/alrech/. Eine gesetzliche Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspension erhält man in Österreich erst, wenn die voraussichtliche Dauer der Berufsunfähigkeit 6 Monate beträgt. Sie ist der Höhe nach abhängig vom durchschnittlichen beitragspflichtigen Erwerbseinkommen, Versicherungsdauer und Alter. Die durchschnittliche Invaliditätspension betrug 2007 Euro 1.049 bei den Männern und Euro 589 bei den Frauen. Das durchschnittliche AMS-Arbeitslosengeld betrug 2008 Euro 806, die durchschnittliche Notstandshilfe Euro 603.

 

Frage: Wann zahlt der ArbeitnehmervorsorgeBrief bei Arbeitslosigkeit?

Antwort: Der Arbeitnehmer muß aus einem Beschäftigungsverhältnis von mindestens 18 Stunden pro Woche heraus während der Dauer der Kassenzugehörigkeit unverschuldet arbeitslos werden, beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos gemeldet und arbeitssuchend sein und Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe beziehen. Die „unverschuldete Arbeitslosigkeit“ ist Folge einer Kündigung oder Insolvenz des Arbeitgebers. Allerdings muss der ArbeitnehmervorsorgeBrief vor der Kündigung bereits 6 Monate laufen (Mindestmitgliedschaftsdauer). Bei Eintritt der unverschuldeten Arbeitslosigkeit gilt eine Karenzzeit (=leistungsfreie Zeit) von 2 Monaten. Sobald der Arbeitnehmer jedoch wieder 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist und abermals arbeitslos werden sollte, beginnt der Versorgungsschutz von neuem.

 

Frage: Wann zahlt der ArbeitnehmervosorgeBrief bei Arbeitsunfähigkeit?

Antwort: Der Arbeitnehmer muß aufgrund von Krankheit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vorübergehend, mindestens jedoch die Karenzeit, außerstande sein, seiner täglichen Beschäftigung nachzugehen. Eine ärztliche Bestätigung ist hierfür notwendig. Für das Risiko Arbeitsunfähigkeit gibt es keine Mindestmitgliedschaftsdauer, ausgenommen die Arbeitsunfähigkeit ist entstanden aus chronischen Leiden und Vorerkrankungen, wenn diese in den letzten 12 Monaten vor Versorgungsbeginn ärztlich behandelt wurden oder eine ärztliche Beratung erfolgt ist. In diesem Fall beträgt die Mindestmitgliedschaftsdauer 24 Monate.

 

Frage: Wie hoch ist die Leistung aus dem ArbeitnehmervorsorgeBrief?

Antwort: Je nach Beitrag werden bis zu 500,- Euro monatlich geleistet bzw. höchstens 1.000,- Euro bei entsprechenden Zusatzbeiträgen des/der Arbeitnehmer/in. Auf die Gewährung von Unterstützungsleistungen, deren Ausmass vom Vereinsvorstand nach Maßgabe der vorhandenen Mittel festgesetzt wird, besteht grundsätzlich kein Rechtsanspruch.

 

Frage: Was ist die Karenzzeit?

Antwort: Die Karenzzeit ist die leistungsfreie Zeit nach Eintritt und Anerkenntnis der Leistungsfälle Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit. Nach Ablauf der Karenzzeit von 2 Monaten erfolgen die Zahlungen aus dem ArbeitnehmervorsorgeBrief, sofern die Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit zu diesem Zeitpunkt noch aufrecht ist.

 

Frage: Was mache ich im Leistungsfall?

Antwort: Im Fall der unverschuldeten Arbeitslosigkeit (im Zeitpunkt der Kündigung) oder Arbeitsunfähigkeit setzen Sie sich bitte umgehend (unverzüglich ! ) mit uns in Verbindung und übermitteln uns zusammen mit dem Antrag auf Leistungen (Download) die Unterlagen des AMS bzw die ärztlichen Befunde. Diese Unterlagen werden völlig unbürokratisch von uns geprüft und wir veranlassen Unterstützungszahlungen auf ein von Ihnen bestimmtes Konto.

 

Frage: Was ist, wenn ich als Arbeitnehmer/in aus dem Versorgungsplan austreten möchte?

Antwort: Der Versorgungsplan ArbeitnehmervorsorgeBrief ist nach Ablauf von 12 Monaten monatlich kündbar und verbunden mit dem Austritt aus der Kasse. Bei aufrechter Mitgliedschaft verlängert sich der Leistungsschutz stillschweigend um jeweils einen Monat, wenn er nicht spätestens zum jeweiligen Monatsende schriftlich gekündigt wird. Senden Sie uns einfach ein formloses eingeschriebenes Kündigungsschreiben und ein Ansuchen um Austritt aus der Unterstützungskasse.

 

Frage: In meiner Firma wird den Mitarbeitern eine betriebliche Lebensversicherung im Rahmen der Zukunftssicherung gemäß § 3 (1) 15a EStG gegen Gehaltsverzicht bereits angeboten. Kann ich den ArbeitnehmervorsorgeBrief auch lohnsteuerfrei gegen Gehaltsverzicht steuergünstig abschließen, wenn ich den Freibetrag von 300,- Euro noch nicht genutzt habe?

Antwort: Ja, sowohl Pensionsvorsorge- und KrankenvorsorgeBrief, als auch ArbeitnehmervorsorgeBrief sind lohnsteuerfrei gemäß § 26 (7) EStG und § 3 (1) EStG.